Inhalt - Karte Krebsforschung

Illustriert von Joël Meyer / © SAKK

Krebsforschung

Präklinische Forschung

Neue Substanzen, neue Kombinationen von bereits bekannten Medikamenten oder andere neue Therapien werden im Labor in Reagenzgläsern, an Zellkulturen, Mikroorganismen, Tiermodellen und anderen in-vitro-Systemen getestet. Dabei werden die Verträglichkeit und die Wirksamkeit der Substanzen oder Behandlungen bestimmt, um vorherzusagen, wie sie sich beim Menschen auswirken werden. Diese Forschung wird von Universitäten und Pharmafirmen durchgeführt.

Sowohl die präklinische als auch die klinische Forschung wird von staatlichen/öffentlichen Institutionen, Stiftungen wie der Krebsliga Schweiz und Pharmafirmen finanziert.

 

Klinische Forschung

Sobald die potenziellen Medikamente oder Therapien aufgrund der Ergebnisse der präklinischen Forschung als sicher und möglicherweise wirksam gelten, werden sie an Menschen untersucht und analysiert. Im Rahmen von klinischen Studien, die in Spitälern durchgeführt werden, finden Tests statt.

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung (SAKK) entwickelt, organisiert und koordiniert die meisten nichtkommerziellen klinischen Krebsstudien in der Schweiz.

Die Entwicklung einer neuen Studie wird in Gruppen diskutiert, denen Ärztinnen und Ärzte aller Mitgliedspitäler angehören. Dabei werden sowohl die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten bei verschiedenen Indikationen als auch das aktuelle Fachwissen berücksichtigt. Für die Ausarbeitung neuer Studien ist das SAKK Koordinationszentrum zuständig. Im Studienprotokoll und in der Patienteninformation wird die Studie genau beschrieben. Diese Dokumente müssen vor Beginn der Studie von den zuständigen Stellen (z. B. Ethikkommissionen und Swissmedic) genehmigt werden. Die Abteilung Regulatory Affairs der SAKK bereitet die Eingabe aller erforderlichen Dokumente an die Behörden vor. Sobald die Studie genehmigt ist, wird sie in den teilnehmenden Spitälern in der Schweiz und – in vielen Fällen – auch in europäischen Ländern durchgeführt.

Die Patientinnen und Patienten werden von ihrem Onkologen über die Studie informiert. Falls sie sich zur Teilnahme entscheiden, wird ihnen im Spital die vorgesehene Behandlung verabreicht: eine medikamentöse Therapie, eine Operation, eine Strahlentherapie oder eine Kombination dieser Therapieformen. Während der Behandlung und einige Zeit darüber hinaus (Nachbeobachtung) werden die Patientendaten und die Ergebnisse der Labortests und Untersuchungen sowie Symptome und Nebenwirkungen dokumentiert. Alle diese Daten werden im Koordinationszentrum anonymisiert zusammengetragen. Ein Monitor des Koordinationszentrums überprüft die korrekte Durchführung der Studie im Spital und die Richtigkeit der Daten. Auch die Datenmanager und die Statistiker überprüfen die Daten und analysieren sie.

Jede Studie ist darauf ausgelegt, eine wichtige medizinische und wissenschaftliche Frage zu beantworten. Die Analyse der Daten ermöglicht uns, diese Fragen zu beantworten und in der Krebsbehandlung Fortschritte zu erzielen. Die Ergebnisse jeder Studie werden in Fachzeitschriften bekanntgegeben und publiziert, um die Allgemeinheit zu informieren.

Ermöglicht werden Studien durch die finanzielle Unterstützung verschiedener Partner wie der Bund, Pharmaunternehmen, Stiftungen und anderen.

 

Anwendung

Zeigt sich während klinischen Studien, dass eine neue Behandlung das Therapieergebnis oder die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessert, wird diese von Onkologen anschliessend eingesetzt. Damit profitieren die Patientinnen und Patienten von der Forschung.