Inhalt - SAKK 08/16

SAKK 08/16 - Erhaltungstherapie beim fortgeschrittenen Prostatakrebs

Bei dieser Studie untersuchen wir, wie gut das Medikament ODM-201 als Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs nach einer Chemotherapie wirkt. Als Erhaltungstherapie bezeichnet man eine vorsorgliche weitere Behandlung nachdem eine vorangehende Behandlung (im Falle des Prostatakrebs eine Chemotherapie) erfolgreich durchgeführt wurde. Üblicherweise wird beim fortgeschrittenen Prostatakrebs nach der Chemotherapie eine Behandlungspause gemacht und es erfolgen regelmässige Kontrollen. Im Rahmen dieser Studie prüfen wir, ob mit dem frühzeitigen Einsatz des Medikamentes ODM-201 eine Verbesserung der Symptome erzielt werden kann. So kann vielleicht ein Wiederauftreten des Krebses hinausgezögert werden.  

Das Medikament ODM-201 gehört zu einer Gruppe von neuen Wirkstoffen, welche sehr effektiv die Wirkung von Testosteron auf die Krebszellen hemmen. ODM-201 sperrt die Bindungsstelle für das Wachstumshormon Testosteron ab und bewirkt so eine Blockade der Signalübermittlung in der Krebszelle. Dies führt zu einem Wachstumsstillstand des Tumors. Dieses Arzneimittel wurde bisher weder in der Schweiz noch in anderen Ländern zugelassen. Es haben jedoch bereits mehrere klinische Studien mit dem Wirkstoff am Menschen stattgefunden, in denen die optimale Dosierung festgelegt und generell eine gute Verträglichkeit aufgezeigt wurde.

Studienleiter:

Prof. Dr. med. Silke Gillessen, Kantonsspital St.Gallen, +41 71 494 10 92

  • Ansprechspartner in den Kliniken

  • Einschlusskriterien

      • Schriftliche Einwilligungserklärung gemäss schweizerischem Recht und den ICH/GCP-Vorschriften vor der Registrierung sowie vor allen studienspezifischen Untersuchungen, die nicht Teil der üblichen medizinischen Behandlung sind.

      • Histologisch oder zytologisch nachgewiesene Diagnose eines Prostata-Adenokarzinoms

      • Kastrationsresistenz: Fortschreitender Tumor nach Orchiektomie oder während Behandlung mit GnRH-Analoga (Agonisten oder Antagonisten)

      • Metastatische Erkrankung, durch Imaging-Verfahren dokumentiert

      • Gesamt-Testosteron ≤ 50 ng/dl (≤ 1.7 nmol/l)

      • Behandlung mit Abirateron ODER Enzalutamid während mindestens 8 Wochen vor Chemotherapie auf Basis von Taxanen

      • Keine Belege für den Fortschritt der Krankheit nach Chemotherapie mit Docetaxel (kumulative Dosierung von ≥ 450 mg/m2 oder Gesamtdosis ≥900 mg) bzw. Cabazitaxel (kumulative Dosierung von ≥ 120 mg/m2 oder Gesamtdosis ≥204 mg)

        • Kein Nachweis einer Progression im Imaging-Verfahren gemäss PCWG3 [46]

        • Kein Nachweis einer Progression der PSA-Werte gegenüber dem Tiefpunkt seit Beginn der Behandlung mit Taxanen (PSA-Progression definiert als > 25%iger Anstieg des PSA-Werts oder >50%, falls der PSA-Rückgang bei Chemotherapie >50% UND > 5 ng/ml Anstieg des absoluten PSA-Werts)

      • Patient mit nicht-chirurgischer Kastration willigt in laufenden Einsatz von GnRH-Analoga (Agonisten oder Antagonisten) ein

      • Geplanter Start der Behandlung im Rahmen der klinischen Studie 2 bis 8 Wochen nach der letzten Dosis von Taxanen

      • Männliche Patienten ≥ 18 Jahre

      • WHO-Performance Status ≤2

      • Laborwerte gemäss Spezifikation unten

        • Alanin-Aminotransferase (ALT) ≤ 2.5 × ULN (mit Ausnahme von Patienten mit Lebermetastasen ≤ 5.0 × ULN)

        • Gesamtbilirubin ≥ 1,5 × ULN (ausser bei Patienten, bei denen eine Gilbert-Meulengracht-Krankheit diagnostiziert wurde ≤ 3.0 × ULN)

        • Geschätzte Kreatinin-Clearance gemäss der Cockcroft-Gault-Formel > 30 ml/Minute

        • Blutbilder bei Screening: Hämoglobin ≥ 90 g/l, absolute Anzahl Neutrophile ≥ 1500/μl (1.5×109/l), Anzahl Thrombozyten ≥ 100 000/μl (100×109/l) (der Patient darf in den 7 Tagen nachSAKK 08/16  dem Hämatologie-Laborwert aus dem Screening weder einen Wachstumsfaktor noch eine Bluttransfusion erhalten)

      • Angemessene Herzfunktion: Linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) ≥ 40% gemäss Feststellung mittels Echokardiografie (ECHO)

      • Der Patient ist fähig und willens, das Prüfmedikament in Form einer ganzen Tablette zu schlucken

      • Sexuell aktive männliche Studienteilnehmer müssen sich zur Verwendung von Kondomen als wirksamer Barrieremethode und zum Verzicht auf Samenspenden verpflichten und/oder ihre weiblichen Partner im gebärfähigen Alter müssen sich zur Verwendung einer wirksamen Verhütungsmethode während der Behandlung im Rahmen der Studie sowie den folgenden 3 Monaten verpflichten.

      • Der Patient erklärt sich mit der Teilnahme am obligatorischen translationalen Forschungsprojekt einverstanden.

    • Ausschlusskriterien

        • Chemotherapeutische Behandlung von Prostatakrebs bei der Anamnese mit Ausnahme von Chemotherapien mit einem Taxan

        • Erneute Behandlung mit einem Taxan bei metastatischem, kastrationsresistentem Prostatakrebs nach einer Unterbrechung von > 8 Wochen

        • Gleichzeitige Krankheit, deren Behandlung Kortikosteroid-Dosierungen von mehr als 10 mg/Tag eines Prednison-Äquivalents erfordert

        • Bekannte ZNS- oder leptomeningeale Metastasen

        • Klinischer oder radiologischer Nachweis einer akuten Rückenmarkskompression

        • Blutkrebserkrankung oder primäres solides Malignom als Vorerkrankung, sofern vor der Registrierung nicht mindestens 2 Jahre in Remission. Lokalisierte Hautkrebserkrankungen, bei denen es sich nicht um ein Melanom handelt, oder Karzinome in situ mit vollständiger Resektion gelten nicht als Ausschlusskriterien.

        • Behandlung von mCRPC mit einer modernen antihormonellen Methode bei der Anamnese mit Enzalutamid oder Abirateron

        • Gleichzeitige Behandlung mit anderen experimentellen Medikamenten oder Behandlung innerhalb einer klinischen Studie innerhalb der letzten 30 Tage vor Behandlungsbeginn (mit Ausnahme der klinischen Studie SAKK 96/12)

        • Gleichzeitiger Einsatz von anderen Krebsmedikamenten oder Radiotherapie mit Ausnahme lokaler Schmerzausschaltung und GnRH-Analoga

        • Schwere oder unkontrollierte kardiovaskuläre Erkrankung

        • Akute Verschlimmerung von chronischen Erkrankungen, ernsthafte Infektionen oder grössere Operationen innerhalb von 4 Wochen vor dem geplanten Beginn der Behandlung

        • EKG-Anomalitäten bei Q-Zacken-Infarkt, sofern nicht ≥ 6 Monate vor der Registrierung identifiziert bzw. QTc-Intervall >480 msec

        • Gastrointestinale (GI) Erkrankung oder GI-Eingriff, der sich negativ auf die GI-Resorption oder Toleranz von ODM-201 auswirken könnte, bei der Anamnese

        • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Studienmedikament oder gegenüber einem beliebigen Bestandteil des Studienmedikaments

        • Sämtliche weiteren medizinischen, psychiatrischen, psychologischen, familiären oder regionalen Vorbedingungen, die nach Ansicht des/der Forschenden eine negative Auswirkung auf die Planung von Staging, Behandlung und Nachbeobachtung haben, sich auf die Therapietreue der Patientinnen auswirken oder die Patientin aufgrund der Behandlung einem hohen Komplikationsrisiko aussetzen können.

        Zentren für diese Studie:

        Kantonsspital Baden
        Im Ergel 1
        4600 Baden
        Istituto Oncologico della Svizzera Italiana IOSI
        Via Ospedale
        0 6500 Bellinzona
        Kantonsspital Graubünden
        Loëstrasse 170
        7000 Chur
        Hôpital Fribourgeois HFR
        Chemin des Pensionnats 2
        1708 1708 Fribourg
        Fondazione Oncologia Lago Maggiore
        Via Antonio Ciseri 19
        0 6600 Locarno
        Kantonsspital Liestal
        Rheinstrasse 26
        0 4410 Liestal
        Spital STS AG Thun
        Krankenhausstrasse 12
        0 3600 Thun
        Kantonsspital St. Gallen
        Rorschacher Strasse 95
        0 9007 St. Gallen
        Spital Thurgau, Kantonsspital Münsterlingen
        Spitalcampus 1
        0 8596 Münsterlingen
        Hôpital du Valais Sion
        Avenue du Grand-Champsec 80
        0 1951 Sion